Donnerstag, 29. April 2010

Zukunftsorientierte Fotografie?

Was wäre, wenn man die Zeit einfach zurückdrehen könnte? Die Fotos werden auf Dias belichtet und von Megapixeln und digitalen Workflow ist keine Spur.

Auch wenn viele Fotografen noch auf analogen Film ihre Fotos belichten, habe ich mich seit vier Jahren für die digitalen Fotografie entschieden.
Dabei sind die Vorteile recht umfangreich: Die Raw Fotos können importiert und mit Copyright versehen werden. Metadaten sind automatisch an die Datei gebunden und können angepasst werden. Nachdem Import können die Fotografien mit Stichwörtern bestückt werden und sind somit später leichter zu finden.
So kann man am Ende also alle Fotos nach ihrer Aufnahmeart (z. B. Landschaftsaufnahme) sortieren.
Der Nachteil digitaler Fotografie ist unter anderem, dass man mehrere Stunden vor dem Monitor sitzt. Weitere Nachteile finden Sie im älteren Blog unter: http://naturfotografie-heute.blogspot.com/2007/11/nachteil-digitaler-fotografie.html.

In letzter Zeit fragte ich mich, im Zuge der neuen Dateiformate (wie z. B. DNG und ProPhoto RGB | dazu wird es später mehr auf der Website im Bereich Fotobearbeitung geben), wie zukunftsorientiert ist die digitale Fotografie wirklich?

Die Antwort bekam ich während der Arbeit mit Adobe Photoshop Lightroom. Aktuelle Dateiformate wie Raw, Tiff oder Jpg können in andere Formate exportiert werden. Sofern sich die gängigen Formate ändern sollten, wird es also möglich sein, diese vom alten in das neue Dateiformat zu exportieren bzw. umzuwandeln. Es gibt somit also viele Neuerungen, die mit alten Formaten kompatibel sind.

Das Lightroom Programm geht sogar noch ein Stückchen weiter und es ist möglich, alle in Lightroom importierten und bearbeiteten Fotografien erneut zu bearbeiten. Den Sinn dahinter möchte ich Ihnen gerne an meinen eigenen Praxisbeispiel erläutern.

Im Jahr 2009 habe ich in Mecklenburg eine Fotosession gemacht, bei der ich Mohnknospen fotografierte. Diese entstanden Fotografien habe ich nach meinen Wissensstand (2009) in Photoshop Lightroom bearbeitet.
Im laufe der Zeit, hat sich natürlich mein Know- how in Sachen digitale Fotobearbeitung stark erweitert.
Während ich 2009 hauptsächlich auf das Motiv und den Blickwinkel achtete, ist für mich jetzt nicht nur die Perspektive, sondern auch die Schärfe und der Schärfebereich, sowie die gesamte Komposition, der Aufnahme, relevant.

Besser gesagt habe ich damals aufgenommene Fotos anders belichtet als ich es jetzt tue. Mit früheren Programmen wäre es nicht möglich gewesen, bearbeitete Fotos noch einmal vollkommen neu zu bearbeiten.
Anders ist es bei Photoshop Lightroom. Dort hat man die Möglichkeit mit Hilfe des Protokolls (ähnlich wie bei Adobe Photoshop) alle ausgeführten Schritte bis zum Import, der Fotografie, rückgängig zu machen.

Anhand des folgenden Beispiels, möchte ich Ihnen diesen wichtigen Teil der modernen Fotobearbeitung näher bringen.


Im Protokoll sehen Sie alle Bearbeitungsschritte, die seit dem 25.05.2009 vorgenommen wurden. Das Foto in der Navigation repräsentiert das originale Raw Foto, was importiert wurde. Was hierbei noch fehlt ist die Bearbeitung der Schärfe.



Hier sehen Sie die Fotografie nach der letzten Bearbeitung (Weißabgleich: Automatisch) in der Vorschau.



Hier sehen Sie den Voher-Nachhervergleich, Die Perspektive wurde etwas geändert, die Schärfe erhöht. Das Foto aus dem Jahr 2009 ist nun auf dem aktuellen Stand der Dinge.

In Lightroom ist es also doch möglich, die Zeit zurückzudrehen und die Fotos nach neusten Erkenntnissen und Wünschen zu bearbeiten.

Viel Freude mit der zukunftsorientierten Digitalfotografie.

Kommentare:

Sam hat gesagt…

ProPhoto RGB ein Dateiformat zu nennen, halte ich für gewagt ;)

Martin Beschorner hat gesagt…

Das ist wohl wahr. Das werde ich definitiv bei Gelegenheit ändern. Danke für den Hinweis.